Adventskalender

Diese Adventstüre wird erst ab dem
{(Datum)}. Dezember geöffnet.
Bitte noch etwas Geduld!

1. Dezember

1. Frage - Was bedeutet für mich Advent?

Wieder sind es 24 Tage bis Weihnachten.
Wieder brennt die 1. Kerze am Adventskranz.
Wieder eifern Christkindlmärkte, Glühweinstände, Weihnachtsfeiern und Adventslieder in den Kaufhäusern um meine Gunst.
Wieder ist mein Terminkalender voll. Voll von privaten, beruflichen und pfarrlichen Terminen.
Wieder frage ich mich:
Was tue ich heuer zu meiner Vorbereitung für die Ankunft des Herrn?

2. Dezember

2. Frage: Wohin gehe ich?


Der zweite Schritt ist oft schwieriger als der erste.
Mit dem zweiten Schritt verlasse ich meinen Standpunkt, mache mich auf den Weg.
Der zweite Schritt ist aber noch unbelastet und so trete ich voller Motivation meine Reise an.

Der 2. Schritt gibt schon mal die Richtung vor. Also Frage ich mich:
In welche Richtung geht mein Weg?

3. Dezember

3. Frage - Welche Farbe hat der Advent?

Obwohl uns die Kaufhäuser mit roten Weihnachtsmännern, goldenen Sternen, Tannengrün und weißen Schneeflocken ihre Waren präsentieren, trifft keine der genannten Farben die eigentliche Farbe des Advents.
Das Konzil von Trient (1545-1563) hat als Vorbereitungszeit auf Weihnachten eine vierwöchige Fasten- und Bußzeit festgelegt und somit ist die Farbe des Advents lila.
Die Farbenlehre der Kirche ist allerdings schon viel älter. Papst Innocenz III. hat vor 800 Jahren die liturgischen Farben festgelegt.
Lila oder violett gilt als Farbe des Übergangs und der Verwandlung. So ist die Zeit vor Weihnachten eine Zeit, die mich jedes Jahr neu für die Ankunft des Herrn in meinem Leben bereit machen soll.
So stelle ich mir als Frage zum 3. Advent: "Welche Farbe hat mein Advent?" Wieviel lila, wieviel Zeit gönne ich mir zur eigenen Verwandlung?

4. Dezember

4. Frage - Blühen Barbarazweige wirklich zu Weihnachten?

„Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da“, so lautet eine alte Bauernregel. Kann das wirklich sein?
Ich weiß es nicht, kann mir jedoch kaum vorstellen, dass dies genau bist zu Weihnachten so sein soll.
Es gibt viel zu viele Parameter, die dazu eine Rolle spielen. Temperatur, Standort, Art der Zweige.
Egal: Die Botschaft lautet doch viel mehr. Wenn wir Dinge zum Blühen bringen wollen, müssen wir rechtzeitig vorsorgen.
Vielleicht brauchen wir auch genügend Zweige (bzw. Versuche), damit unsere Chancen auf Blüten größer werden.
Die Barbarazweige lehren uns, dass Erfolge von der Erfahrung abhängig sind.
Die Barbarazweige lehren uns, dass der Erfolg mit Zeit zu tun hat. Mit dem dem Karios, dem rechten Zeitpunkt, wie die alten Griechen die Zeit für die richtige Entscheidung nannten.
So bleibt schließlich die Frage: "Blühen Barbarazweige wirklich zu Weihnachten" noch unbeantwortet.
Ich vertraue einfach auf die Erfahrung anderer und stelle heute Barbarazweige in eine Vase.

5. Dezember


5. Frage - Welche Geschenke bingt der Nikolaus den Kindern?

Die Antwort ist so prall wie der gefüllte Sack, den der Krampus - so er den mitdarf - manchmal nur mühsam in die Stube schleppt.
Dass der Nikolaus Geschenke bringt leitet sich aus einer Heiligen-Legende ab, die erzählt, dass Bischof Nikolaus sein Erbe verschenkte, um 3 Mädchen vor dem Leben auf der Straße zu retten.
Mädchen auf der Straße, dies bedeutet, dass auch damals Kinder-Prostitution ein Thema war. Mit diesem Umstand wollte sich der Heilige Bischof nicht abfinden.
Er setzte ein deutliches Zeichen. So wird der Heilige heute noch als Patron der Kinder verehrt. Ein Patron, ein Beschützer der Kinder.
Nikoläuse sollen nicht die praktischen Erziehungshelfer sein, die mahnend und tadelnd die fehlende Autorität der Eltern ersetzen.
Der Nikolaus soll etwas vom himmlischen Glanz und von der frohmachenden Botschaft Jesu verkünden.
Wenn dieses Anliegen gelingt, dann hat der Hl. Nikolaus das bleibende Geschenk mitgebracht.

6. Dezember


6. Frage - Was haben Katastrophen und der Heilige Nikolaus gemeinsam?

Fast täglich informieren uns Medien und Zeitungen über Katastrophen auf der Erde.
Unwillkürlich denke ich an die Legende des Heiligen Nikolaus:
"Schiffer, die in Seenot geraten sind, erinnern sich des hl. Bischofs, von dessen Ruhm sie gehört haben. Von ihnen angerufen, erscheint Nikolaus, spricht ihnen Mut zu, greift selbst überall ein und verschwindet nach Vollbringung des Rettungswerkes. Die Matrosen erkennen in der Kirche von Myra in dem ihnen bisher unbekannten Bischof Nikolaus sofort ihren Retter und danken ihm, während dieser sie vor sündigem Lebenswandel warnt."
Quelle: Karl Meisen: Nikolauskult und Nikolausbrauch. Düsseldorf 1931


Helfen und beten sind immer noch die zwei wichtigsten Dinge, die wir Menschen in Katastrophenfällen tun können. Hier hat sich seit der Zeit des Hl. Nikolaus nichts verändert.

7. Dezember


7. Frage - Wer ist ein Heiliger?

Im Advent feiern wir große Heilige. Die Hl. Barbara (4. Dez.), den Hl. Nikolaus (6. Dez.), die Hl. Luzia (13. Dez.), den Hl. Apostel Thomas, den Ungläubigen.
Ein Ungläubiger als Heiliger? Wer ist ein Heiliger?
Der Tod von Nelson Mandela am 5. Dezember 2013 hat viele berührt, weil seine Lebensgeschichte und seine Lebensleistung so unglaublich war.
Geboren und aufgewachsen in einem zutiefst rassistischen Unrechstsstaat Südafrika. Verfolgt und gefangen von dem Apartheidsregime, dass die Bewohner Südafrikas strickt in Rassen auftrennte.
Der nach unvorstellbaren 27 Jahren politischer Haft freikommt und Präsident seines Landes wird. Der nach all dem Unrecht, das ihm und seinem Volk widerfahren ist, Wahrheit und Versöhnung als Mittel zur Befriedung des Landes wählt.
Der in einem Atemzug mit Martin Luther King und Mahatma Ghandi genannt wird. Dieser Mann sagt über die Frage: Ist er ein Heiliger?
"Eines der Probleme, die mich im Gefängnis zutiefst beschäftigten, war das falsche Bild, das ich ungewollt in der Welt verbreitet hatte: Man betrachtete mich als Heiligen. Doch ich war dies nicht, selbst wenn man auf die bodenständige Definition zurückgreift, ein Heiliger ist ein Sünder, der sich zu bessern sucht."

8. Dezember

8. Frage - Was ist die Erbsünde?

Neun Monate vor der Feier der Geburt Marias, feiert die Kirche am 8. Dezember das Fest der "Unbefleckten Empfängnis Marias". Maria ist ohne Erbsünde Mensch geworden.
Sie trägt nicht den Makel des Sündenfalls unserer Ureltern Adam und Eva, von dem die Bibel in der Genesis berichtet.
Das Kirchenjahr beginnt mit dem Advent gleich mit einer Bußzeit. Bereitet Euch für das Kommen des Herrn vor, ruft Johannes der Täufer uns zu.
Reflektiert Euer Leben. Denkt nach, was nicht richtig läuft, was ihr in eurem Leben verbessern könnt.
Die Frage nach der eigenen Erbsünde drängt sich gerade an diesem Tag auf.
Was ist meine Erbsünde? Wo wende ich mich von Gott ab? Wie versöhne ich mich mit meinem Gott? Lebe ich als erlöster Christenmensch?

9. Dezember

9. Frage - Wenn Sie ein Gotteslob zur Hand nehmen, was ist da auf dem Umschlag abgebildet?

Haben Sie ein Gotteslob-Buch daheim? Und wenn ja, nehme ich es auch mal zur Hand?

Ich stelle fest, dass durch viele Texte und Erklärungen das Kirchenjahr gut abgebildet wird. Das neue Gotteslob ist ein Kompendium, ein Liederbuch, ein Gebetbuch. So fällt mir die Empfehlung leicht: Machen Sie sich mit dem neuen Gotteslob vertraut. Es kann Ihnen helfen, Ihr Glaubenleben zu bereichern.
Übrigens: Die Grafik auf dem Umschlag ist eine Symbolisierung der Dreifaltigkeit.

10. Dezember

10. Frage - Fair Handeln - Was heißt das?

Gerade in der Weihnachtszeit läuft die Handels- und Konsumindustrie auf vollen Touren.
288 € gibt laut statistischem Bundesamt heuer jeder Bürger in Deutschland für Weihnachtsgeschenke aus.
Aber wie viele der Waren, die unterm Weihnachtsbaum liegen, wurden unter fairen Bedingungen hergestellt und werden zu fairen Preisen gehandelt.
In einer globalen Wirtschaft diktieren einige wenige Konzerne Produktionsbedingungen und Löhne von Millionen von Arbeitern in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Deren Preisgestaltung bringt Segen oder Not zu den Beschäftigten.
«Diese Wirtschaft tötet» ... Der Satz stammt von keinem Geringeren als Papst Franziskus.
Fair Handeln heißt somit für mich, dass ich nicht nur auf den Preis schauen darf, sondern ich auch dafür verantwortlich bin, dass ich keine menschenverachtende Produktion unterstütze.
Aus dieser Verantwortung kann ich mich nicht bei der Schnäppchenjagd davon stehlen.
Fair Handeln = Christlich Handeln

11. Dezember


11. Frage - Wie sieht Ihr Wunschzettel aus?

Haben Sie Ihre Wünsche schon gesammelt? Oder gehören Sie auch zu den wunschlos glücklichen?
Letztens wurde ich gefragt, was ich mir den zu Weihnachten wünsche. Ich fühlte mich ertappt. Ups, weiß nicht so recht, jetzt nur nichts verkehrtes sagen.
Zum einen möchte man gerne überrascht werden, zum anderen hasst man nichts mehr, als die Enttäuschung durch ein falsches Geschenk.
Ich browse öfters im Internet durch die verschiedenen Online-Portale der Versandhäuser und stelle fest, dass mich die Fülle des Angebots geradezu erschlägt.
Deshalb habe ich beschlossen, mich nicht mehr dem Konsumrausch auszusetzen, um schließlich festzustellen, dass die Geschenke doch nicht so passend sind.
Heuer ändere ich meine Strategie.
Ich werde mich tatsächlich hinsetzen und einen Wunschzettel schreiben.
Zuerst muss ich mir klar werden, welche Bedürfnisse ich oder der von mir Beschenkte hat.
Etwas zum Wohlfühlen für sich, für die Wohnung? Wohlfühlen ist schon mal gut.
Etwas für die Neugierde, die Kreativität, die Bildung? Auch das wäre schön.
Etwas für die Geselligkeit, für Familie oder Freunde? Da fällt mir gleich was ein.
Bedürfnisse sind: Gesundheit, Ruhe, Erholung, Entspannung, Respekt, Geborgenheit, Zuwendung, Freiheit, Selbständigkeit,...
Ob Spiele, Gutscheine, Kleidung, Bücher, technische Geräte, ..... jedes Geschenk soll letztlich die Bedürfnisse des Beschenkten treffen.
Ja so könnte es gehen.

12. Dezember

12. Frage - Was ist eine Roratemesse?

Der Name Roratemesse leitet sich aus folgendem Kehrvers ab.
Rorate caeli desuper,
et nubes pluant iustum:
aperiatur terra,
et germinet Salvatorem.
(Jes 45,8)
Die Übersetzung "Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab" ist in dem bekannten Adventslied vertont.
Der Hymnus drückt eine sehnsüchtige Erwartung des Volkes Gottes aus, dass der Heiland und Messias die Erlösung für alle bringt.
Ursprüngliche war die Roratemesse eine Votivmesse, bei der die Kirche nur von Kerzen erhellt wurde.
Gerade für die ältere Generation sind Roratemessen noch etwas ganz besonderes.

13. Dezember

13. Frage - Warum brennt in Kirchen das ewige Licht?

Im Altarraum brennt als Zeichen der ständigen Gegenwart Gottes und als Verweis auf die im Tabernakel aufbewahrten "gewandelten" Hostien das ewige Licht.
Bei Propheten Jesaja heißt es:
„Bei Tag wird nicht mehr die Sonne dein Licht sein, und um die Nacht zu erhellen, scheint dir nicht mehr der Mond,
sondern der Herr ist dein ewiges Licht, dein Gott dein strahlender Glanz.
Deine Sonne geht nicht mehr unter und dein Mond nimmt nicht mehr ab;
denn der Herr ist dein ewiges Licht, zu Ende sind deine Tage der Trauer.“

14. Dezember

14. Frage - Haben sie schon was gebastelt?

Besonders die Zeit vor Weihnachten ist die Zeit des Bastelns. Es ist gute Tradition, dass in der Zeit weihnachtlicher Schmuck selbst gefertigt wird.
So wurde ich im letzten Jahr mit bunten, selbstgemachten Wachstalern beschenkt, um den Christbaum schmückten. Auch viele, kunstvolle Strohsterne entstehen an den langen, dunklen Abenden.
Ob ich selber zu eigenen Basteleien komme? Ich fürchte, es fehlt mir momentan die nötige Motivation, wenngleich ich große Bewunderung für Selbsterstelltes hege.
Vielleicht ermuntert mich ja noch jemand... es würd mich freuen.

15. Dezember

15. Frage - Gaudete! Freust Du Dich auch?

Phil 4,4 Gaudete (Gaudete in Domino semper: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Phil 4,5 Noch einmal sage ich: Freut euch!
Ein Sprichwort sagt: Vorfreude ist die schönste Freude. Doch ist das Ziel des Advents noch immer im Fokus?
Die Ankunft des Herrn!
So ruft uns die Liturgie des 3. Advents zu: Haltet durch und freut Euch!

16. Dezember

16. Frage - Was macht die Adventszeit so besonders?

Advent ist eine Zeit von besonderen Ritualen und Bräuchen. Dazu gehört das Plätzchen backen, das Basteln und selbst das Einkaufen.
Die Adventszeit wird aber erst dadurch besonders, wenn ich mir die dazu nötige Zeit selber schenke.
Zeit, die meinen Alltag entschleunigt,
Zeit, die mich aus dem Trott befreit.
Zeit, die mich öffnet für andere und anderes.
Wer einfach über einen Adventsmarkt schlendert, ohne Kaufzwang, ohne Geschiebe und ohne Gier,
wer einfach die Lichter, die Düfte und die Klänge wahrnimmt, ohne ihnen eine besondere Bedeutung zuzumessen,
wer den Glanz von Kinderaugen und die Ausgelassenheit von Jugendlichen und das zufriedene Lächeln von Senioren bemerkt,
der kann etwas vom Zauber der Adventszeit erleben

17. Dezember


17. Frage - Kann Buße befreien?

Haben Sie im Advent schon einen Bußgottesdienst besucht? Oder waren Sie sogar beichten?
Warum soll ich mich rechtfertigen, vor mir, vor einem Priester oder vor Gott?
Dabei geht es gar nicht um die Rechtfertigung, um Fehler zu verteidigen, um Schwächen zu verschweigen.
Bei Buße geht es erstmals um mich, dann um meine Umfeld und schließlich um Gott.
oder anders gesagt: Frieden zu finden gegenüber mir, meinem Nächsten und gegenüber meinem Schöpfer.

Die fünf Schritte der Beichte können sehr befreiend wirken.
Wieviele Schritte jeder geht, muss jeder für sich beantworten. Aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Besinnen – Die Bereitschaft zu hören
Bereuen - Die Fähigkeit zu trauern
Bekennen – Der Mut zu erzählen
Beichten – Das Geschenk sich lossprechen zu lassen
Büßen/Bessern – Der Vorsatz sich zu ändern
siehe (http://www.erzbistum-muenchen.de/Page022337.aspx

18. Dezember


18. Frage - Haben Sie auch schon einen Christbaum?

Weihnachten ohne Christbaum? Für viele in Deutschland ist diese Vorstellung schlichtweg unvorstellbar.
Nach einer Statistik des Hauptverband der Deutschen Holzindustrie e. V. stieg der Verkauf von Weihnachtsbäumen
in den letzten 10 Jahren sogar von 20 auf 24 Mio. Dies liegt vor allem an der Zunahme von Singlehaushalten.
16 Mio der Christbäume sind Nordmannstannen, die hauptsächlich in eigenen Plantagen vor allem in Dänemark angepflanzt werden.
Diese neigen weniger zum "Nadeln". Ein einzelner Baum hat immerhin um die 200.000 Nadeln.
Die Menschen haben im Winter schon immer gern grüne Äste in ihre Häuser getragen.
Für die Germanen galten grüne Tannenzweige als Schutz vor bösen Geistern.
Ab dem 16. Jahrhundert trat der Weihnachtsbaum vom Elsass aus seinen Siegeszug über die ganze Welt an.
In den Kirchen war der Christbaum zuerst bei den Protestanten zu sehen. In den katholischen Kirchen wurde der ursprünglich heidnische Brauch erst Ende des 19. Jahrhunderts übernommen.
Statt der Christbaumkugeln hingen zunächst echte Apfel am Baum.

19. Dezember

19. Frage - Wann haben Sie zuletzt einen Fragebogen ausgefüllt?

Fragebögen sind "in". Untrügliches Zeichen einer prosperierenden Informationsgesellschaft ist die ungebremste Sammelsucht nach Daten.
Allenthalben flattert eine statistische Erhebung per Post oder Email ins Haus, wollen professionelle Telefonbefrager das Konsumverhalten erforschen
und in Verkaufsgesprächen, Banken oder beim Arzt wird man per Checklisten durchgescannt. An der Spitze der unbeliebtesten Datenerhebung steht wohl eindeutig die jährliche Steuererklärung.
Immer wenn Geld und wirtschaftliche Interessen im Spiel sind, haben die Frager Hochkonjunktur. Selbst Kaiser Augustus ließ alle Bewohner des römischen Reiches in Steuerlisten eintragen, berichtet der Evangelist Lukas.
Auch der Vatikan hat sich dem Frage-Trend angeschlossen und im Vorfeld der Bischofssynode zu Familie und Evangelisierung einen Fragebogen verschickt, der zu den Themen Ehe, Familie und Sexualmoral die aktuelle Situation in den Bistümern und Pfarreien durchleuchten will. Nun sind schon die ersten Ergebnisse bekannt geworden. Unter Domradio.de kann man lesen: "Umfrage offenbart Kluft zwischen Katholiken und Kirchenlehre!"
Wer fragen stellt, will auch Antworten hören. Es wir spannend zu sehen, welche Konsequenzen die Kirche aus den Antworten zieht. Viele Fragen und Antworten erfordern ein Um- und Weiterdenken.

20. Dezember


20. Frage - erwarten wir eine neue Zeit der Gnade?

Seltsam. Da werden in Rußland viele politische Gefangene gerade rechtzeitig zum Fest des Friedens begnadigt und trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass eine besonders gnadenreiche Zeit angebrochen wäre. Ganz im Gegenteil.
Der Gnadenakt des russischen Präsidenten steht in Verdacht eines politischen Kalküls, dass durch diese Entscheidungen das außenpolitische Klima verbessert werden soll.
Gnade ist ein weiteres Mittel und Werkzeug von Mächtigen, ihre Macht zu festigen. Doch was macht der allmächtige Gott? Er nutzt seine Allmacht nicht aus, um seine Macht zu demonstrieren. Er zeigt seine Gnade auf ganz andere Weise.
Er wird geboren als Kind, arm und elendig in einem Stall. Wehrlos und schutzlos und doch wird aus diesem Kind der Erlöser und Heiland hervor gehen. Echte Gnade hat nichts willkürliches an sich. Göttliche Gnade folgt dem Heilsplan des Schöpfers und ist ein Mittel und Werkzeug der Liebe.
Gnade ist die Garantie für das Leben. Wir dürfen mit ihr jederzeit rechnen.

21. Dezember


21. Frage - Wie regeln Sie ihr Leben?

Es gibt eine Unzahl von Regeln. Alleine im Straßenverkehr regeln 53 Paragraphen in der Bundesrepublik, wie man sich als Verkehrsteilnehmer zu verhalten hat.
Dazu sind ca. 650 Verkehrszeichen notwendig (Stand 2005 lt. ADAC). Diese summieren sich in dern Bundesrepublik auf 20 Millionen Verkehrsschilder. Statistisch wären das alle 28 m ein Schild.
Trotzdem gibt es unzählige Regelüberschreitungen und nicht selten enden solche tragisch.
Regeln sind wichtig und hilfreich für das Zusammenleben von Menschen. Der Lateinische Ursprung regula= Maßstab, Richtschnur zeigt worauf es bei Regeln ankommt.
Das rechte Maß zu finden und zu halten ist für das eigene Leben und das Zusammenleben von existenzieller Bedeutung.
Ein Übermaß an Regeln und Verordnungen wirkt sich mitunter sogar kontraproduktiv aus. Zum einen reflektiere ich meine Situation nicht mehr und zum Anderen muss ich immer mit Fehlern der Anderen rechnen, dass sich eben nicht alle an die Regeln halten. Um im Bild des Straßenverkehrs zu bleiben: Es kann ein tötlicher Fehler sein zu glauben, auf einer Vorfahrtsstraße immer sicher unterwegs zu sein.

22. Dezember

22. Frage - Träumen Sie?

Mit den eigenen Träume gehen die meisten eher sorglos um. Zu schnell sind diese wieder verflogen und vergessen. Zudem ist die Botschaft oft wenig erbaulich und verständlich, sich gründlich damit auseinanderzusetzen.
Im Evangelium des 4. Adventsonntag hören wir von einem Traum Josefs, dem ein Engel erschienen ist, um ihm die Heilsbotschaft von der Geburt Jesu zu erzählen.
Diese Botschaft muss für Josef wie blanker Hohn gewesen sein. Seine Verlobte bekommt ein Kind, aber nicht von ihm. Wie konnte Josef dies alles so scheigend akzeptieren?
Pater Guido Kreppold, der in diesem Jahr im Kloster Thyrnau bei einem Einkehrtag als Theologe und Psychologe über Träume referierte, verortet Träume im Unbewussten des Menschen, welche sich beim Träumen dem Bewussten kurz öffnen.
"Es gibt allem Anschein nach eine höhere Weisheit, die mehr weiß als die kühle Vernunft". Dieses Denken ist dem aufgeklärten Menschen zunächst fremd und erst seit Siegmund Freud lernen wir die Bedeutung der Träume wieder zu verstehen.
Träume können Weisheiten beinhalten, die unser Verstand nicht verstehen kann. Wer die Träume richtig zu deuten weiß, hat einen Schlüssel, der dem Leben neu Perspektiven öffnen kann.

23. Dezember


23. Frage - Sind Sie allzeit bereit?

"Allzeit bereit", so lautet ein alter Pfadfindergruß. Er meint, dass ein Pfadfinder immer auf der Hut sein muss, offen ist für seine Umwelt und offen zu helfen, wo Hilfe nötig ist.
Allzeit bereit hat in Zeiten der modernen Medien eine ganz neue Bedeutung und Dimension angenommen. Es bedeutet, dass man ständig erreichbar sein muss. Nicht nur per Email für seinen Betrieb, sondern auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook wird eine permanente Präsenz erwartet. Eine solche Vereinnahmung kann aber bewirken, dass wir uns beschränken, dass wir eindimensional werden in unserer Wahrnehmung und unser Wirkungskreis sich verengt.
"Bereit sein" heißt offen sein in alle Richtungen. Es heißt, abhängig von der Situation eine schnelle und gute Entscheidung treffen zu können. "Bereit sein" heißt auch seine Fähigkeiten zu erhalten und auszubauen, durch Weiterbildung, durch körperliche Fitness und durch meditativen Ausgleich. Ja auch Auszeiten sind wichtig.
Die Adventszeit neigt sich dem Ende zu und viele sehnen sich gerade zu Weihnachten nach dieser Auszeit, nach Ritualen aus der Kindheit, die unser Leben wieder erden und unsere Akkus wieder aufladen.
"Bereit zu sein" schafft ein gutes Gefühl und gibt uns Lebensmut. Und Lebensmut ist der Schrei eines Neugeborenen in eine unbekannte Welt.

24. Dezember

24. Frage - Sind Sie angekommen?

Advent - Die Ankunft! Heute feiern wir die Ankunft des Herrn.
Die Zeit des Warten und der Vorbereitungen hat ein Ende.
Das religiöse Erinnern der Ankunft Christi ist nicht ein historisches Datum, ein Zählen der Jahre.
Weihnachten ist die regelmäßige Teilnahme am Geschenk Gottes, der Geburt unter uns Menschen.
Weihnachten geschieht, wenn wir für die Botschaft der Erlösung bereit sind,
Weihnachten geschieht, wenn wir Christus einen Platz geben in unserem Leben,
Weihnachten geschieht, wenn der Frieden in unser Herz einzieht.
Sind Sie angekommen? Ich wünsche es Ihnen.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Übrigens genau heute sind die ersten 2 Blüten meiner Barbarazweige aufgeblüht.
Das Wunder des Lebens wiederholt sich, immer wieder, immer neu.

Hans Käser


Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript.